"Neue Töne im Riebeck-Stift", die Mitteldeutsche Zeitung zur Restaurierung der Rühlmann-Orgel in Halle
von Katja Pausch
In alter neuer Schönheit erstrahlt die Rühlmann-Orgel im
Riebeck-Stift, restauriert von Orgelbaumeister Rainer Wolter (2. v. rechts). (Foto:
Thomas Meinicke)
HALLE (MZ), 30.11.2009
Lange Zeit spielte sie nur noch mit halber Kraft. Auf ihren Pfeifen lagerte
eine dicke Staubschicht, das Leder ihres Blasebalgs war porös, und zuletzt war
der verschlissene Motor lauter zu hören als das Instrument selbst. Doch seit
Montag ist die Rühlmann-Orgel in der Kapelle der Paul-Riebeck-Stiftung an der
Kantstraße wieder in alter Klangschönheit zu erleben. (...)
Bevor Tim-Dietrich Meyer mit Werken von Bach, Caspar Simon (...)
eindrucksvoll den Klangumfang des 1897 erbauten Instruments demonstrierte, hatte
der Kirchenmusiker in seiner Funktion als Orgelsachverständiger des
Kirchenkreises die technische Abnahme vorgenommen.
Zur Weihe am Montag war Meyer (...) voll des Lobes fü
r das königliche
Instrument. Erbaut wurde es als Opus 191, also als 191. Orgel, vom Zörbiger
Orgelbauer Wilhelm Rühlmann Senior. "Die Orgel spielt sich wunderbar, sie passt
hervorragend zur Größe des Raumes", schwärmte Meyer am Montag nach dem Spiel an
dem Instrument, das mit sechs Registern eher zu den kleineren seiner Art gehört
und ganz besonders für romantische Orgelstücke geeignet ist.
Für die umfangreichen Arbeiten an der Orgel zeichnete die Dresdner Orgelbau-
und Restaurierungswerkstatt von Rainer Wolter verantwortlich. Knapp drei Wochen
haben Meister Wolter und drei Mitarbeiter an der Orgel des Riebeck-Stifts
gearbeitet. Die Windrohre aus Blei der pneumatisch arbeitenden Orgel wurden
erneuert, das komplette Pfeifenwerk mit den rund 300 Pfeifen ausgebaut und
repariert, die Orgel gereinigt und ein neuer Orgelmotor eingesetzt. Die
ursprünglich aus Zinn bestehenden Prospektpfeifen - 13 klingende und 28
Stummpfeifen - , im Ersten Weltkrieg durch Zinkpfeifen ersetzt, wurden während
der Restaurierungsarbeiten ausgebaut und wieder durch neue Pfeifen aus dem
weicheren, besser klingenden Zinn ersetzt. Sämtliche Holzpfeifen wurden außerdem
in der Zörbiger Werkstatt aufgearbeitet. Auch das Manual erhielt ein neues
Aussehen. "Für die Klaviatur werden traditionell Tierknochen verwendet, und von
Schaf und Ziege stammt das Leder von Blasebalg und den vielen kleineren Bälgchen",
so Wolter. (...) und betonte, es stecke viel historisches Handwerk in solch
einem Instrument, das Wolter für seine "charmante Klanglichkeit" lobte.
Erklingen soll es nun nach dem Willen des Initiators der Restaurationsarbeiten, Stiftungsvorstand Andreas Fritschek, wieder öfter. "Wir freuen uns, dass die Kapelle als ein besonderer Raum durch die Orgel noch besser genutzt werden kann", so Fritschek (...)
Mit freundlicher Genehmigung der Mitteldeutschen Zeitung.
Originale Quelle: www.mz-web.de/a?id=1259049889415



















Zum 180jährigen Orgeljubiläum spielt Ulrich Billet am Samstag, 11.6.2011 um
19:30 Uhr an der von uns restaurierten Buchholz-Orgel in der Pfarrkiche St. Thomas zu Tribsees.
Matthias Eisenberg spielt am Sonntag, 15.5.2011 um 17 Uhr an der historischen
Rühlmann-Orgel in der Ev. Kirche St. Mauritius in Zörbig (Sachsen-Anhalt).